Eine vierköpfige Gruppe hält einen kreativen Workshop vor einer Glaswand voller bunter Haftnotizen.
Westerham Management Training ( Präsenz )
Schiedsrichter/-in für Wirtschaftsstreitigkeiten IHK

Zertifikatslehrgang für die professionelle Führung und Begleitung von Schiedsverfahren

Anerkannter IHK-Abschluss
Top-Trainer/-innen aus der Praxis
Weißes Unterkunfts-Icon mit Bett, Nachttisch und Häkchen für geprüfte Zimmer Westerham - die Top-Location mit Auszeichnung

Weiterbildung zum/zur Schiedsrichter/-in für Wirtschaftsstreitigkeiten IHK

Wirtschaftsstreitigkeiten effizient, vertraulich und rechtssicher lösen: Der Zertifikatslehrgang „Schiedsrichter/-in für Wirtschaftsstreitigkeiten IHK“ vermittelt fundiertes Praxiswissen für die professionelle Führung und Begleitung von Schiedsverfahren. Sie erwerben durch diese Weiterbildung rechtliche, strategische und kommunikative Kompetenzen, um als Schiedsrichter/-in, Beisitzer/-in oder juristische Begleitung in nationalen und internationalen Wirtschaftsstreitigkeiten souverän zu agieren.

Unsere Weiterbildungsangebote für Sie:

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Benachrichtigen Sie mich, sobald die Veranstaltung wieder verfügbar ist.

Thomas Kölbl

Bildungsmanager Westerham

Nutzen

Unternehmen vereinbaren Schiedsverfahren zur effizienten, vertraulichen und rechtssicheren Beilegung wirtschaftlicher Konflikte. Wer erfolgreich als Schiedsrichter/-in tätig sein will oder beruflich mit Schiedsgerichtsbarkeit befasst ist, benötigt fundiertes Wissen über die rechtlichen, strategisch-organisatorischen und kommunikativen Grundlagen. Der IHK-Zertifikatslehrgang vermittelt diese Kompetenzen, strukturiert und praxisnah. Damit sind Sie bestens vorbereitet, Schiedsverfahren professionell zu führen oder fundiert zu begleiten.

Mit dem erworbenen IHK-Zertifikat können Sie sich als Expert/-in im Bereich der Schiedsgerichtsbarkeit auszeichnen und sind insbesondere befähigt,

  • als Schiedsrichter/-in oder Beisitzer/-in tätig zu werden,
  • Schiedsverfahren als Parteivertreter/-in oder Unternehmensjurist/-in professionell zu begleiten und Ihr Unternehmen oder Ihre Mandantschaft bei schiedsbezogenen Fragestellungen fundiert zu beraten,
  • die Schiedsgerichtsbarkeit sowie andere Formen der alternativen Konfliktlösung im Vergleich zur staatlichen Gerichtsbarkeit fachlich einzuordnen, strategisch zu bewerten und auf dieser Grundlage belastbare Handlungsempfehlungen zu entwickeln, und
  • Verfahren effizient, kostenbewusst und lösungsorientiert zu strukturieren und zu steuern.

Der Lehrgang schließt mit einem IHK-Zertifikat ab, das die besondere Qualifikation im Bereich der Wirtschaftsschiedsgerichtsbarkeit dokumentiert. Eine Bestellung als Schiedsrichter/-in ist hiermit nicht verbunden.

Die Weiterbildung versteht sich zugleich als Einstieg in eine weitergehende fachliche Vernetzung im Bereich der Wirtschaftsschiedsgerichtsbarkeit. Die Teilnehmenden erhalten Impulse für eine langfristige fachliche Vertiefung und den Austausch mit anderen Praktikerinnen und Praktikern.

Zielgruppe

Der Zertifikatslehrgang richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die sich fundiertes Wissen in der Wirtschaftsschiedsgerichtsbarkeit aneignen oder ihre bestehenden Kenntnisse gezielt vertiefen möchten.

Angesprochen werden insbesondere:

  • Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die Schiedsverfahren professionell führen, begleiten oder sich für eine Tätigkeit als Schiedsrichter/-in qualifizieren möchten.
  • Syndikusanwältinnen und Syndikusanwälte sowie Unternehmensjuristinnen und Unternehmensjuristen, die Unternehmen in wirtschaftsrechtlichen Streitigkeiten beraten und Schiedsverfahren strategisch und rechtssicher begleiten.
  • Wirtschaftsjuristinnen und Wirtschaftsjuristen, die sich auf die alternative Streitbeilegung spezialisieren und ihre Kompetenz im Bereich der Schiedsgerichtsbarkeit ausbauen möchten.
  • Richterinnen und Richter sowie Notarinnen und Notare, die ihre Expertise im Bereich außergerichtlicher Konfliktlösungsverfahren erweitern wollen.
  • Sachverständige, die in Schiedsverfahren tätig sind oder künftig als neutrale Expertinnen und Experten eingebunden werden möchten.

Veranstaltungsinhalte

In diesem praxisorientierten Lehrgang lernen Sie die Abläufe der Schiedsgerichtsbarkeit kennen. Sie erhalten das nötige Fachwissen sowie Kommunikations- und Verhandlungsstrategien, um Schiedsverfahren professionell zu führen oder als Parteivertreter zu agieren oder als Unternehmensjurist zu begleiten. Die Ausbildungsinhalte werden in Praxismodulen kompakt und interaktiv von ausgewiesenen Expert/-innen der Schiedsgerichtsbarkeit vermittelt (Änderungen/Anpassungen bleiben vorbehalten). Ergänzend wird Fachmaterial zum fakultativen Selbststudium angeboten.

Folgende Inhalte erwarten Sie im Detail:

Modul I (2 Präsenztage)

Grundlagen der Schiedsgerichtsbarkeit

Referentin: Prof. Dr. Renate Dendorfer-Ditges

  • Ziele der Schiedsgerichtsbarkeit
  • Begriff, Bedeutung und Arten der Schiedsgerichtsbarkeit, insb. institutionelle vs. Ad-hoc-Schiedsgerichtsbarkeit
  • Vor- und Nachteile der Schiedsgerichtsbarkeit, insb. Parteiautonomie, Vertraulichkeit, neutrales Forum, Flexibilität, Verfahrensdauer und Kosten, Vollstreckbarkeit
  • Abgrenzung zu der staatlichen Gerichtsbarkeit unter Berücksichtigung der Commercial Courts und Commercial Chambers
  • Schiedsorganisationen und Schiedsgerichtsordnungen, insb. SGH-Schiedsregeln

Schiedsvereinbarung

Referentin: Prof. Dr. Renate Dendorfer-Ditges

  • Arten der Schiedsvereinbarung
    • Schiedsabrede
    • Vertragliche Schiedsklausel
    • Statuarische Schiedsklausel (Gesellschaft/Verband/Verein)
    • Multi-Tier-Klauseln
  • Inhalt einer Schiedsklausel (Endgültigkeit, Bestimmtheit, Schiedsorganisation usw.)
  • Zustandekommen der Schiedsvereinbarung (Trennungsprinzip, anwendbares Recht, Vertragsrecht)
  • Schiedsort, anwendbares Recht und Verfahrenssprache
  • Wirksamkeit der Schiedsvereinbarung / Unwirksamkeitsgründe
    • Objektive / subjektive Schiedsfähigkeit
    • Formvorschriften
    • Heilung und rügelose Einlassung
  • Pathologische Klauseln
  • Erlöschen der Schiedsvereinbarung
  • Wirkung der Schiedsvereinbarung
    • Einrede vor staatlichen Gerichten, Verfahren nach § 1032 Abs. 2 ZPO
    • Entscheidung des Schiedsgerichts über die Wirksamkeit

Schiedsorganisation, Schiedsrichter, Parteien, Parteivertreter

Referentin: Dr. Anke Meier

  • Rolle, Haltung, Pflichten und Kompetenz eines Schiedsrichters
    • Qualifikation und Qualitätssicherung
    • Unabhängigkeit und Unparteilichkeit
    • Berufsrecht, Herkunftsberuf
    • Pflichten am Beispiel der SGH-Schiedsregeln
  • Parteien des Schiedsverfahrens
    • Partei- und Prozessfähigkeit
    • Subjektive Schiedsfähigkeit
  • Rolle der Parteivertreter
    • (fehlender) Anwaltszwang; Syndikusrechtsanwälte als Parteivertreter
    • Verfahrensförderung, Wahrheitspflicht
    • Vergütung
  • Aufgaben und Rolle der Schiedsorganisation

Bildung des Schiedsgerichts im administrierten Schiedsverfahren (SGH-Schiedsregeln)

Referentin: Dr. Anke Meier

  • Anzahl der Schiedsrichter (Einzelschiedsrichter, Vorsitzender, Beisitzer)
  • Schiedsrichterauswahl
    • Auswahlkriterien und Auswahlverfahren
  • Verfahren zur Schiedsrichterbestellung
    • Einzelschiedsrichter/Dreierschiedsgericht
    • Konfliktcheck und Unabhängigkeitserklärung des Schiedsrichters
  • Ablehnung von Schiedsrichtern
    • Ablehnungsverfahren am Bsp. der SGH-Schiedsregeln
    • Ablehnungsgründe
    • IBA Guidelines on Conflicts of Interest
  • Rücktritt, Austausch und Ersetzung von Schiedsrichtern
  • Nutzung der Verfahrensmanagementplattform des SGH (VMP)

MODUL II (2 Präsenztage)

Durchführung eines Schiedsverfahrens

Referent: Jan Schäfer

  • Allgemeine Verfahrensgrundsätze (Gleichbehandlung der Parteien, rechtliches Gehör, Vertraulichkeit, Fristen unter Berücksichtigung der VMP)
  • Fast-Track-Schiedsverfahren
  • Verfahrenseinleitung über VMP des SGH
    • Verfahrensbeginn
    • Schiedsantrag, Schiedsklage
    • Bearbeitungskosten / Sicherheitsleistungen
  • Strukturgespräch / Organisationskonferenz / Verfahrensbeschleunigung
    • Schiedsauftrag und Zeitplan
  • Klageerwiderung
    • Aufrechnung und Widerklage
    • Aussetzung des Verfahrens
    • Verfahrensverbindung und Beitritt Dritter
    • Streitverkündung (Grundlagen)
  • Mündliche Verhandlung (in Präsenz, online, hybrid)
    • Ort, Organisation, Logistik und Technik
    • Ablauf
    • Protokollierung
  • Beweiserhebung
    • SGH-Schiedsregeln, IBA Rules on the Taking of Evidence
    • Beweismittel und Beweisaufnahme
    • Urkunden/Dokumente/Augenschein
    • Zeugenvernehmung, Cross Examination, Witness Conferencing
    • Sachverständigenbeweis, Bestellung und Ablehnung von Gutachtern
  • Säumnis einer Partei
  • Schluss der mündlichen Verhandlung

Vergleichsgespräche im Schiedsverfahren

Referentinnen: Prof. Dr. Renate Dendorfer-Ditges / Bianca Pörnbacher

  • Zulässigkeit und Grenzen von Vergleichsgesprächen im Schiedsverfahren (Äußerung der vorläufigen Rechtsauffassung, schiedsrichterliche Hinweise, Vertraulichkeit, Neutralität)
  • Verhandlungsdynamik (Interessen vs. Positionen, Einflussfaktoren auf Vergleichsbereitschaft, Einigungshindernisse und Entscheidungsfallen)
  • Verhandlungsstrategien (Timing, Taktiken für Vergleichsgespräche, BATNA-Analyse)
  • Rolle des Schiedsgerichts in Vergleichsgesprächen (aktive/passive Vergleichsförderung, Neutralität, Gestaltung durch das Tribunal)
  • Besondere Vergleichsformate (Mediation-Window, Settlement Conference, Caucus)
  • Mediationslösungen (externer Mediator, MedArb, ArbMed)
  • Rechtliche Wirkung von Vergleichsvereinbarungen im Schiedsverfahren (Schiedsspruch mit vereinbartem Wortlaut, §1053 ZPO / Art. 30 UNCITRAL-Modellgesetz, Vollstreckbarkeit nach New-York-Convention)
  • Praxisübungen und Verhandlungssimulation (Settlement Conference)
  • Checklisten, Musterklauseln und Handlungsempfehlungen

Modul III (2 Präsenztage)

Schiedsspruch (1 Präsenztag)

Referent: Prof. Stefan Leupertz

  • Entscheidungsfindung durch das Schiedsgericht (Beratung und Abstimmung)
  • Anwendbares Recht (Parteivereinbarung, zwingendes Recht, Billigkeitsentscheidung / Ex aequo et bono)
  • Schiedsspruch (Form, Dissenting Opinion, Übersendung, Veröffentlichung)
  • Schiedsspruch mit vereinbartem Wortlaut
  • Berichtigung, Auslegung oder Ergänzung des Schiedsspruchs
  • Sonderformen des Schiedsspruchs
    • Teil-, Zwischen-, Vorbehaltsschiedsspruch
    • Anerkenntnisschiedsspruchs
    • Verzichts- und Säumnisschiedsspruch
  • Beendigung des Schiedsverfahrens auf andere Weise, Beendigungsbeschluss
  • Rechtsmittel gegen den Schiedsspruch
  • Überprüfung des Schiedsspruchs im institutionellen Verfahren

Wirtschaftliche Situation, Kostenfragen, Kostenentscheidung

Referent: Prof. Stefan Leupertz

  • Verfahrenskosten / Kostenarten
    • Bearbeitungsgebühren
    • Schiedsrichterhonorare und Auslagen
    • Parteikosten (Personal, Parteivertreter, Opportunitätskosten)
    • Transaktionskosten (Übersetzung, Protokollierung, Reisekosten)
    • Kosten der Beweisaufnahme
  • Kostenentscheidung
    • Arten der erstattungsfähigen Kosten
    • Kostenfestsetzung
  • Vergütung der Schiedsrichter
    • Kostenvorschuss
    • Honorar und Abrechnung
    • Steuerrechtliche Fragestellungen
  • Tools zur Kostenbestimmung: SGH-Kostenrechner

Anerkennung, Vollstreckbarerklärung und Aufhebung von Schiedssprüchen

Referent: Prof. Stefan Leupertz

  • Sonderzuständigkeit der Oberlandesgerichte/Commercial Courts
    • Verfahren
    • Kosten
    • Rechtsmittel
  • Nichtigkeit und Aufhebbarkeit
  • Abgrenzung in- und ausländischer Schiedsspruch
  • Aufhebung von Schiedssprüchen
    • Aufhebungsgründe und Präklusion von Aufhebungsgründen
    • Entscheidung und Einwendungen
    • Rechtsmittel
  • Rechtsfolgen der Aufhebung, Zurückverweisung an das Schiedsgericht
  • Vollstreckung inländischer Schiedssprüche
  • Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche
    • Verfahren und Entscheidung
    • Aufhebungsgründe nach dem UNÜ
  • Vorläufige Vollstreckung
  • Materielle Einwendungen im Vollstreckungsverfahren

Modul IV (2 Präsenztage)

Schiedsverfahren im internationalen Bereich

Referent: Karl Pörnbacher

  • Rechtlicher Rahmen der Internationalen Schiedsgerichtsbarkeit (Einfluss nationaler Rechtssysteme, Lex Fori, Anwendung europäischen Rechts, Common Law / Civil Law)
  • Internationale Regelwerke, u. a. UNCITRAL Arbitration Rules, New York Convention on Regocnition and Enforcement of Foreign Arbitral Awards, ICSID Convention (Washington Convention), IBA Rules und Guidelines, ICC Rules on Arbitration
  • Internationale Schiedsorganisationen und Institutionen (z. B. ICC, LCIA, AAA, VIAC, CIETAC)
  • Verfahrensbesonderheiten internationaler Schiedsverfahren (Pre-Hearing, Procedural Orders, Witness Testimony / Cross Examination / Witness-Conferencing, Document Production)
  • Praktische Erfahrungen mit internationalen Schiedsverfahren, Simulation

Abschlussprüfung

Prüfer/-in: Prof. Dr. Renate Dendorfer-Ditges / Karl Pörnbacher

  • Schriftliche Bearbeitung einer Praxisaufgabe
  • Präsentation und Diskussion im Lehrgang
Übernachten in Westerham optional buchbar: komfortabel & entspannt

Bei dieser Weiterbildung in Westerham haben Sie die Möglichkeit, optional ein Zimmer im Seminarhotel zu reservieren. Im Buchungsprozess können Sie angeben, ob Sie während der Weiterbildung im Haus übernachten möchten oder nicht. Für die Übernachtung fallen zusätzliche Kosten an, die separat berechnet und direkt vor Ort im Seminarhotel bezahlt werden können.

So entscheiden Sie selbst, ob Sie die Weiterbildung mit einem entspannten Aufenthalt in Westerham verbinden möchten, um von dem komfortablen Lernumfeld in dem mehrfach ausgezeichneten Seminarhotel Westerham - die Akademie zu profitieren!

Entdecken Sie hier die IHK Akademie Westerham!

Diese Vorteile erwarten Sie:
  • Übernachtungen im Einzelzimmer inkl. Frühstück und Abendessen (auch vegetarisch/vegan) für 135,50 € pro Übernachtung
  • Snacks, Getränke & Vitamincocktails während der Seminar- und Pausenzeiten
  • Begrüßungsimbiss bei Anreise am Vortag
  • Entspannte Anreise und Lernen in ruhiger Umgebung
  • Wellness & Freizeit: Schwimmbad, Sauna, Fitnessraum
  • Austausch auf Augenhöhe im Restaurant oder Bierstüberl
Übernachten in Westerham optional buchbar: komfortabel & entspannt

Lassen Sie sich Ihre Weiterbildung fördern!

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Die KOMPASS-Förderung unterstützt Solo-Selbstständige bei ihrer beruflichen Weiterbildung und stärkt damit ihre Wettbewerbsfähigkeit. Gefördert werden insbesondere Qualifizierungen in den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit sowie Maßnahmen zur unternehmerischen Professionalisierung.

Hier erfahren Sie alles über die Förderung

Kooperationspartner

Die Weiterbildung wird in Kooperation mit unserem Partner, dem DIHK Schiedsgerichtshof, durchgeführt, der als zentrale Institution der IHK-Organisation für die effiziente, digitale und vertrauliche außergerichtliche Beilegung von Wirtschaftskonflikten steht.

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