Die Weiterbildung zum/zur Projektleiter/-in IHK verbindet klassische und agile Methoden mit Führungs- und Kommunikationskompetenz und einem gezielten Praxistransfer. Sie dauert 12 Tage, verteilt auf fünf Module im Abstand von 4 bis 6 Wochen.
Die Weiterbildung umfasst folgende Module und Inhalte:
Modul A – Projekte erfolgreich starten: Methoden auffrischen und gemeinsam anwenden (3 Tage)
Das Modul ist der gemeinsame Einstieg für Teilnehmende mit Grundkenntnissen im Projektmanagement. Statt reiner Wissensvermittlung arbeiten Sie an einem durchgängigen Projekt, von der Idee bis zum Abschluss, und verbinden dabei klassische und agile Methoden. Die Erfahrungen bilden die Grundlage für die Module zu Führung, Kommunikation und Konfliktmanagement.
- Zentrale Methoden des klassischen Projektmanagements auffrischen
- Agile Vorgehensweisen und ihre Einsatzmöglichkeiten kennenlernen
- Projektauftrag, Ziele und Stakeholder entwickeln
- Projekte strukturieren, planen und priorisieren
- Klassische und agile Planungsinstrumente anwenden
- Zusammenarbeit im Projektteam erleben und reflektieren
Modul B – Führung in Projekten und Organisationen: Aufgaben und Fähigkeiten für Projektleiter/-innen (2 Tage)
Projektleitung ist eine Führungsaufgabe und oft die erste im Berufsleben. Das Modul erleichtert den Übergang von der Facharbeit zur Projektleitung und zeigt, wie Sie Ihre Rolle im Unternehmensumfeld ausfüllen. Sie klären, welche Führungsaufgaben es neben Planung und Steuerung gibt und wie Sie klar führen und Stakeholder einbinden.
- Rollen, Aufgaben, Verantwortung und Kompetenzen in Projekten
- Zusammenarbeit mit Linienvorgesetzten und anderen Projektleitungen
- Grundprinzipien der Führung und Führen ohne disziplinarische Macht
- Eigene Führungsfähigkeiten entwickeln, präsentieren und überzeugen
- Entscheiden, motivieren, delegieren und Probleme lösen
Modul C – Teamarbeit: den Erfolgsfaktor entwickeln (3 Tage)
Sie lernen, Ihr Projektteam so zu entwickeln, dass es das Projekt positiv beeinflusst. Anhand von Kommunikationsmodellen und simulierten Projektsituationen analysieren Sie die Wirkung Ihres Verhaltens, entwickeln Alternativen für schwierige Situationen und lernen von den Erfahrungen der anderen.
- Wahrnehmung und Kommunikation (zum Beispiel Sender-Empfänger-Modell, vier Seiten einer Nachricht, Körpersprache)
- Feedback geben und erhalten, Meetings moderieren, Konsens erarbeiten
- Schwierige Gespräche und Verhandlungen vorbereiten und führen
- Teamzusammenstellung, Teamentwicklung und Stärkenorientierung
- Fachwissen, PM-Können und Soft Skills verbinden
Modul D – Konfliktmanagement und Zertifizierung (3 Tage)
Konfliktmanagement entlang des Projektlebenszyklus (2 Tage)
Unterschiedliche Interessen, Zeitdruck oder unklare Rollen führen in Projekten schnell zu Konflikten. Entscheidend ist, wie Sie damit umgehen. Sie reflektieren Ihr eigenes Konfliktverhalten, erkennen Konflikte früh und trainieren anhand von Fallbeispielen und Übungen wirksame Methoden.
- Konflikte verstehen: Entstehung, Dynamik und Eskalationsstufen
- Konflikte in Projekten: typische Situationen und Rolle der Projektleitung
- Konflikte lösen: Klärungsmethoden, Konfliktgespräche, Deeskalation und Verhandlung
Nach dem Modul können Sie
- Konflikte früh erkennen und Eskalationen vermeiden,
- Ihr Konfliktverhalten reflektieren,
- souverän mit Emotionen und Widerständen umgehen,
- tragfähige Vereinbarungen erzielen und die Zusammenarbeit stärken.
Projektmanagement-Wissen zertifizieren (1 Tag)
Der Abschlusstag besteht aus einem schriftlichen Test und einem Live-Projekt (Indoor/Outdoor) mit anschließender Reflexion Ihrer Stärken und Entwicklungspotenziale.
- Test: 1 Stunde, ohne Unterlagen und KI, Fragen zu allen vier Modulen, bestanden ab 60 von 100 Punkten
- Zertifikate: Projektleiter/-in IHK und Certified Project Manager der International Association of Project Managers
Modul E – Projektmanagement im eigenen Arbeitsumfeld anwenden: Transfer-Workshop (1 Tag)
Nach den ersten vier Modulen beginnt die wichtigste Zeit: Was können Sie in Ihrem Umfeld umsetzen, und was bewirkt das? Der Workshop-Tag findet etwa drei Monate nach Modul D als moderierter Erfahrungsaustausch statt, in vertrauensvoller Atmosphäre und mit viel Interaktion und Reflexion. In Gruppenarbeiten wenden Sie Moderations- und Konfliktanalysemethoden auf aktuelle Fragestellungen an und erhalten Tipps aus dem Erfahrungsschatz der Gruppe und der Trainer/-innen.
- Veränderungen wahrnehmen: Was wurde umgesetzt, wo gab es Schwierigkeiten und wie sind Sie damit umgegangen?
- An konkreten Situationen arbeiten: Situation vorstellen, analysieren, Ursachen und Bedürfnisse klären und Lösungen entwickeln
Methoden: Lehrgespräch, Kurzreferat, Moderation, Gruppenarbeit und Präsentationen, Diskussion, Fallbeispiele, Rollenspiel, Teamrollentest nach Meredith Belbin, Lernprojekte drinnen und draußen mit Reflexion, kleine Outdoor-Übungen, persönliches Coaching durch die Trainer/-innen